Thali saß im tanzenden Goldesel und trank ein kühles Bier. Nicht seine liebste Taverne, aber immerhin kühles Bier. Als die Tür aufging, kam Corf Rattel, ein breitschultriger Halbling, in den Schankraum. Thali erkannte den Hehler sofort. Dieses schiefe Grinsen, die drei goldene Zähne. Corf ging zielstrebig auf den Wirt zu und legte eine Münze auf den Tresen. Da fiel Thalis Blick auf den schweren Rucksack des Halblings. Mit einer Cordel befestigt hing er da. Dieser eine Kurzbogen, den Thali unter Tausenden wiedererkennen würde. Wie ist der Halbling an diesen Bogen gekommen? Schon ging Corf auf einen Tisch zu, einen großen Humpen in der Hand. Thali hob die Stimme. „Hey Rattel, ist dieser Bogen nicht ein bisschen zu hübsch für dich?“ Corf schielte zu Thali herüber, dieses schiefe Grinsen. „Willst drum spielen? Hä? Thali?“ Sie bestellten Schnaps, und noch zwei Humpen. Sie spielten. Nicht nur um den Bogen. Sie setzten, was sie gerade in den Taschen hatten. Bald versammelten sich einige Zuschauende um den Runden Tisch. Corf liebte das Spiel. Und Thali liebte es zu gewinnen. Es sah so gut aus. Thali hatte ein gutes Händchen. „Na schön! Thali – nimm das Ding und meine losen Münzen rief der Halbling irgendwann.“ Thali leerte seinen letzten Schnaps. „Es war mir eine Ehre!“ lallte er übermütig. Da grinste der Halbling wieder. „Ein letztes Spiel? Alles oder nichts!“ rief er und legte einen prall gefüllten Geldbeutel auf den Tisch. Geräuschvoll wankte Thali die Treppen des Dornenhofs hinauf. Als er durch die Tür der Dachkammer polterte, fauchte Ruin ihn an. Er schaute der Gnomin ins Gesicht. Niemals würde er ihr erzählen, was letzte Nacht passiert war. Wie er durch einen unwirklichen Zufall ihren Bogen wiedergefunden und durch Habgier und Hochmut wieder verloren hatte. Er wandte sich seiner Schlafstelle zu und hoffte in dieser und seiner Scham zu ertrinken, das Lachen dieses Widerlings Rattel noch in den spitzen Ohren.